Ergänzt am 22. Oktober 2010, 14:44 Uhr
Die Parkschützer brechen das Programm
Von Daniel Neun, Radio Utopie, 15. Oktober 2010
Das industrielle Transformations-Programm einer ganzen Region namens »Stuttgart 21« legt leider auch die für Deutschland seit Jahrzehnten typische Programmierung mancher Teile der Bürgerschaft offen: Gerade dann, wenn man allein (das Volk) gegen das gesamte Establishment (eine winzige Seilschaft) am Gewinnen ist, drückt man bei sich selbst den Reset-Knopf und legt sich wieder hin.
Dieser Programmierung der Verlierer, dieser Konditionierung der Untertanen, diesem jämmerlichen Versagen vor der Ziellinie haben die Stuttgarter Parkschützer heute Abend mit ihrem Ausstieg aus den Gesprächen mit der baden-württembergischen Landesregierung den Garaus gemacht. Und das Stuttgarter Volk wird es ihnen als ihren letzten standhaften und treuen Zinnsoldaten danken.
Genau jetzt die erfolgreiche Position zu verlassen – nämlich keine Gespräche ohne Bau-, Abriß- und Vergabestopp – war nicht nur das Dümmste was die Organisationen Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke, BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Bund Deutschland), Pro Bahn, u.a. im Aktionsbündnis tun konnten; es war auch logisch. Diese Organisationen sind dazu programmiert zu gehorchen und niemals – niemals – zu gewinnen. Ihre Aufgabe ist es zu jammern und dafür mit Wählern bzw. Geld (Wahlkampfkosten / Spenden / Beiträge / »Sponsoring«) belohnt zu werden. Feige schlägt man sich nun auf die Tätschel-Tätschel-Seite der Kameras, singt das Piep-Piep zur Versöhnung without a cause und schlägt den tapferen Stuttgartern des 30. September, die auf eigenes Risiko und unter persönlichem Opfer tapfer und diszipliniert standgehalten haben, zum Abschied noch in die Magengrube. Diesen Organisationen, die jetzt die Seite wechseln, wird am Ende nur die Schande bleiben, sonst nichts.
Morgen ist die nächste Demonstration in Stuttgart. Es bleibt dem Schiedsrichter, es bleibt dem Obersten Souverän, es bleibt dem Volk überlassen aus den heutigen Vorgängen die nötigen Konsequenzen zu ziehen [...]
Fortsetzung und Quelle: Radio Utopie
Siehe auch:
- »Geißler schließt Demonstrationsverbot während Schlichtung aus«, von buntgrau.de, 22. Oktober 2010
- »Das Ende der Pressefreiheit in Stuttgart«, von buntgrau.de, 22. Oktober 2010
- »Erstes Schlichtungsgespräch über Stuttgart 21 mit Zensur«, von buntgrau.de, 20. Oktober 2010
- Stuttgart 21: »Die Verhandlungen in Stuttgart live«, von Daniel Neun, Radio Utopie, 22. Oktober 2010
- »Parkschützer nehmen an Gesprächen zur Faktenklärung nicht teil«, von Parkschützer, Radio Utopie, 15. Oktober 2010
- »Intrige in Stuttgart: Staatssender Phoenix soll Exklusivrechte an Liveübertragung der Schlichtung bekommen«, von Daniel Neun, Radio Utopie, 20. Oktober 2010
- »Ihr geht uns auf den Wecker – sofort Baustopp«, von petrapez, Radio Utopie, 15. Oktober 2010
Letzte Änderung: 2010-10-22, 14:44 CEST














































